Hyde Park, Grand Canyon Caverns – A Lost Place And A Side Trip Underground

Good Bye Seligman – wir machen uns jetzt auf den Weg über das wohl bekannteste und meist frequentierte Stück Route 66 in Arizona. Die 66 führt geradewegs aus Seligman heraus, man fährt einfach geradeaus weiter. Obwohl … nein, wir machen doch noch einen kleinen Abstecher. Das verdanken wir wieder einmal Nick Gerlich, der auch in dieser Gegend einige versteckte und vergessene 66 Abschnitte kennt. Kurz hinter der Stadt verlassen wir die Straße und biegen auf einen vermeintlichen Feldweg ab, der aber ein frühes Stück Route 66 ist.

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Kein Schild, nichts weist darauf hin, aber Nick kennt den Abschnitt, genau wie den sogenannten Hyde Park, den wir als nächstes aufsuchen. Milemarker 117. Nun, unter Hyde Park stellt man sich gemeinhin etwas anderes vor, aber dieser Ort trägt tatsächlich diesen Namen. Es ist nichts anderes als ein Resort an der alten Route 66. Tankstelle, Café und Cabins, – die übliche Kombination. Nur leider ist fast nichts mehr davon übrig. Am auffälligsten ist noch der alte Swimming Pool, in dem heute bergeweise Müll abgeladen ist. Und drum herum sieht es nicht besser aus. Hier hat niemand aufgeräumt, massenhaft alte Getränkedosen, Metallschrott aller Art, Autoteile, ein alter Wohnwagen. Alles liegt seit Jahren zwischen den Büschen herum. Niemand kümmert sich.

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Das Gelände ist eingezäunt, man muss über den Stacheldraht. Also sollte es einen Besitzer geben. Aber da dieser kein No Trespassing Schild aufgehängt hat – zumindest haben wir keines gesehen – sind wir halt mal rüber geklettert. Hier wurde Urlaub gemacht in der alten Zeit, Kindergeschrei am Pool, Urlauber, die sich die Sonne Arizonas auf den Bauch scheinen ließen oder Ausflüge in die Umgebung unternahmen.

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Zum Beispiel zu den nahe gelegenen Grand Canyon Caverns. Eine echte Attraktion an der 66. Auch heute noch – und deswegen sind die Caverns unser nächstes Ziel. Noch einmal kurz zurück nach Seligman. Die 66 verlässt die Stadt in westlicher Richtung und umrundet dann die Felsklippen des Chino Point. Auch hier säumen Burma Shave Schilder den Straßenrand in beiden Richtungen und weiterhin begleiten uns die Güterzüge der BNSF. Ein paar Meilen weiter wird die 66 vierspurig und hier biegen wir ab zu den Grand Canyon Caverns.

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Bisher kennen wir nur den großen Parkplatz mit seinen automobilen Oldtimern vor der Tankstelle, dem Radiotor Springs Inn Restaurant and Gift Shop direkt an der Straße. Rostige Pick-Ups, ein VW1500, amerikanische Schlitten, ein Police Car und Herbie nicht zu vergessen. Gut sieht er noch aus mit seiner Startnummer 53. Das Motel nebenan scheint recht gut besucht zu sein, es stehen jede Menge Harleys davor an diesem Morgen.

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Die Höhlen selbst haben wir noch nicht besucht, auch Nick nicht, so dass uns jetzt eine Premiere bevor steht. Vom vorderen Platz bis zur Höhle sind noch ein paar Meter zu fahren. Auch hier stehen ein paar alte Autowracks am Weg, u.a. dieses Feuerwehrfahrzeug.

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Wir parken die Autos vor dem Souvenirladen, in dem man alles kaufen kann, was man nicht braucht.

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Hier treffen wir auch unseren Führer, der uns durch die Höhle begleiten wird. Es geht per Lift rund 70 Meter abwärts. Das Besondere an dieser Höhle ist, dass man in ihr übernachten kann. Ein vollständig eingerichtetes Hotelzimmer erwartet den mutigen Gast, der für das Vergnügen all inclusive (Dinner, Höhlenführung etc.) 800 Dollar für zwei Personen locker machen muss.

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Die Höhlen haben eine recht interessante Geschichte. Abgesehen davon, dass sie ca. 345 Millionen Jahre alt sind…. unsere Version beginnt im Jahr 1927. Also gerade mal ein Jahr nach dem Bau der Route 66. Da begibt sich ein Waldarbeiter namens Walter Pecker auf den abendlichen Marsch zu einer Pokerrunde. Und dabei fällt er fast in ein Loch. Er gibt nicht viel drauf, ein Loch in einem Trail halt. Da das Zocken wichtiger ist, setzt er seinen Weg fort, merkt sich aber die Stelle. Neugierig ist er ja. Mit ein paar Freunden kommt er am nächsten Morgen zurück. Ein mutiger Cowboy lässt sich per Seil in das immer größer werdende Loch abseilen. Und es geht abwärts – 30 Meter Seil verschwinden in der Tiefe. Da der junge Mann wohlweislich eine kleine Öllampe dabei hat, kann er sich in der stockdunklen Höhle ein wenig umsehen. Und klar, er hofft auf Gold. Wie so viele, die damals an tausenden von Orten in der Erde herum buddeln. Komplett mit einem Sack Steine lässt sich der mutige Höhlenforscher wieder hoch ziehen. Nun, Gold ist es nicht, lediglich Eisenoxyd und Rost, wie sich später heraus stellen soll. Aber da war noch etwas: auf dem Weg nach oben entdeckt er zwei menschliche Skelette oder zumindest einen Haufen Knochen. Und die Reste eines Sattels. Die lokalen Zeitungen machen daraus gleich mal den sensationellen Fund prähistorischer Höhlenmenschen – der Sattel wird unterschlagen. Kurz darauf erscheint die Wissenschaft vor Ort zwecks genauerer Untersuchung. Unser Waldarbeiter ist ein pfiffiges Kerlchen und hat wohl auch ein paar Dollars auf der hohen Kante. Also kauft er das Stück Land kurzerhand, immer noch in der Hoffnung, vielleicht doch edles Metall in der Höhle zu entdecken. Daraus wird nichts, aber Mr. Peck entwickelt die Idee, den Fundort der Höhlenmenschen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen – gegen 25 Cent pro Besuch. Tatsächlich lässt er den ein oder anderen Höhlentouristen per Seilzug nach unten. Licht müssen diese ersten Besucher der Höhlen selbst mitbringen. Und tunlichst sollen sie sich unten nicht vom Seil lösen. Das Ganze funktioniert. Bis 1935 läuft das so. Dann, mitten in der Great Depression, schließt Walter einen Deal mit dem Civilian Conservation Corps, eine Organisation, die in diesen schwierigen Jahren für Arbeitsplätze sorgen soll. Walter besorgt das Material und die C.C.C lässt einen neuen Eingang bauen plus Leitern und Brücken verlegen. Das rechtfertigt eine Verdopplung des Eintrittsgeldes auf 50 Cent. Trotz des neuen Eingangs darf immer nur ein Besucher in die Höhle. Das bleibt bis 1962 so – es ist bis dahin der einzige Eingang zu diesem riesigen Höhlensystem. Erst 1962 wird ein neuer Schacht in die Höhle getrieben, ein Aufzug installiert und der alte, natürliche Zugang verschlossen. Und die Höhlenmenschen entpuppen sich später als zwei in einem Schneesturm umgekommene Hualapai Indianer, die dort von ihren Stammesbrüdern, die zufällig über das oben erwähnte Loch im Boden gestolpert waren, begraben wurden.

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Weiter geht‘s auf der 66 gen Westen. Nach ein paar Meilen werden wir Peach Springs erreichen. Und von dort werden wir dann noch einmal einen Abstecher auf das alte 66 Alignment unternehmen. Das geht aber nicht so ohne Weiteres. Im nächsten Kapitel mehr davon.

 

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